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Bahnreisen Glacier Express
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Glacier-Express und Berninabahn im Winter
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z.B. 17.03.-21.03. ab € 795,-

 


Pressetexte


In Luxuszügen durch Europa Nostalgie auf Schienen

01.03.2005

Der persönliche Stewart klopft sacht an die Abteiltür: "It`s Tea-Time, Madam." Die Fahrgäste machen sich in ihren Abteilen fertig zum Nachmittagstee. Die Kabinen sind getäfelt mit Mahagoni, dekoriert mit Intarsienarbeiten, Glasreliefs und Art-Deko-Lampen. Die Bäder haben Marmorwaschbecken und die Türen glänzende Messingbeschläge.
Im Salonwagen warten Stewards auf Bestellungen, während sich der Barpianist für den Abend vorbereitet und die Köche die Menüs im Restaurantwagen herrichten. - Es gibt sie tatsächlich noch in Europa: Luxuszüge, in denen sich solche Szenen abspielen. Sie heißen "Venice Simplon-Orient-Express", "Al Andalus" oder "Royal Scotsman".
Diese Züge sind der Inbegriff von nostalgischen Bahnfahrten. Sie stehen für eine Art des Reisens, wie sie heute nicht mehr zum Alltag gehört: Der Weg - und nicht erst das Ziel - als Erlebnis und Genuss. Langsam, mit allen Sinnen, soll die Fahrzeit wahrgenommen werden. Doch nicht nur die Art des Reisens wirkt traumhaft antiquiert - die Züge selbst sind es auch. Die meisten stammen aus den zwanziger und dreißiger Jahren, der Blütezeit des Eisenbahnreisens. Sie sind detailgenau restauriert oder den Originalen jener Zeit nachempfunden.
Legende unter den Luxusbahnen: Orient-Express
Der legendärste Zug unter den Luxusbahnen ist der Orient-Express, der im Oktober 1883 zu seiner Jungfernfahrt von Paris nach Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, aufbrach. Die größte Meisterleistung seines belgischen "Vaters" Georges Nagelmackers war nicht etwa die gehobene Ausstattung, sondern die Überwindung der für damalige Verhältnisse großen Entfernung innerhalb des europäischen Kontinents: über die Gleise verschiedener Besitzer zu rollen, durch mehrere Länder und über zahlreiche Grenzen hinweg.
Ein rollender Schauplatz für Liebe, Politik und Verbrechen
Der Orient-Express wurde zum Spiegelbild seiner Zeit: In ihm wurde geliebt, Politik gemacht, gemordet, geflüchtet, Ablenkung gesucht - und manchmal auch einfach nur gereist. Schlafwagen 3309 etwa war 1929 zehn Tage lang vor Istanbul eingeschneit - die Passagiere überlebten knapp. Der gleiche Wagen wurde zwei Jahre später von ungarischen Faschisten bombardiert, es gab Tote. Schlafwagen 3425 hingegen war Mittelpunkt amouröser Geschichten: König Carol von Rumänien benutzte ihn für seine Liebesabenteuer. Wagen 3544 diente im Zweiten Weltkrieg erst den Deutschen als Transportmittel, später den US-Corps, dann den Franzosen und schließlich dem niederländischen Königshaus.
Stoff für Träume und Schlagzeilen
Kein Wunder, dass der Orient-Express viel Stoff für Träume und Schlagzeilen lieferte. Zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg spielte er in sechs Kinofilmen, 19 Büchern und einem Musikstück eine Rolle. Agatha Christies Krimi "Mord im Orient-Express", 1974 mit Ingrid Bergman und Albert Finney verfilmt, ist wohl am berühmtesten.
In Original-Waggons nach Istanbul
Wer heute mit dem Orient-Express auf Nostalgie-Trip gehen möchte, reist tatsächlich in den Originalwaggons. Nachdem der Zug 1977 seine vorerst letzte Fahrt antrat, ersteigerte der Brite James B. Sherwood bei Sotheby's die Wagen und ließ sie in fünf Jahren für elf Millionen Pfund - umgerechnet wären das heute gut 16 Millionen Euro - restaurieren. Seit 1982 fährt der Orient-Express wieder von März bis November mit elf Waggons und Platz für 176 Gäste auf der klassischen Route von London über Paris, Wien und Prag nach Istanbul. Dabei macht er auch einen Schlenker über Florenz, Rom und Venedig.
Persönlicher Stewart ist inklusive
Jeder Abschnitt ist auch einzeln buchbar – zu erschwinglichen Preisen kann man dann im "Venice Simplon-Orient-Express", wie er heute heißt, mitfahren.
Die einfache Fahrt im Klassiker "Orient-Express" gibt es dabei ab ca. 1.300 Euro. In den Reisepreisen enthalten sind generell alle Mahlzeiten ebenso wie ein persönlicher Steward - ein Ruck an der Kordel neben dem Bett genügt, und der gepflegte Herr in korrekter Uniform serviert zum Beispiel wunschgemäß einen Schlummertrunk. Zwei Unbequemlichkeiten zu Gunsten der Originaltreue müssen Gäste jedoch hinnehmen: Es gibt keine Duschen, sondern nur einen Waschtisch, und für mehr als zwei mittelgroße Koffer ist in den Kabinen kein Platz.
"First-Class-Hotel auf Rädern": Al Andalus
Ein verschwenderisches Platzangebot und moderne Einbauten hingegen hat der spanische Luxuszug "Al Andalus" zu bieten. "First-Class-Hotel auf Rädern" wird er genannt. Zum Teil haben die Abteile nebeneinander stehende Betten und Duschen. Die Abteile der zwölf Wagen sind von 1929 und im Belle-Epoque-Stil eingerichtet. Marmorwaschbecken, Mahagoni-Vertäfelung, Messingleuchten und Tafelsilber gehören zum gediegenen Interieur.
Nach Cordoba durch Olivenhaine und Sonnenblumenfelder
Die Strecke führt von Sevilla nach Cordoba, Granada und Ronda durch Gebirgslandschaften, vorbei an Olivenhainen und Sonnenblumenfeldern. Eine Woche Rundreise kostet ab 2 375 Mark. Das Besichtigungsprogramm mit Eintrittsgeldern und Führungen, einer Hotelübernachtung, Vollpension und Getränken sind im Preis inklusive.
Kleinster unter den Edelzügen: "Royal Scotsman"
Der "Royal Scotsman" ist der kleinste unter den Edelzügen: Maximal 32 Personen können mitfahren - und es sind ebenso viele Stewards an Bord.
Der Zug aus dem 19. Jahrhundert ist in dieser restaurierten Variante seit 1985 - wie der Name vermuten lässt - in Schottland unterwegs. Das Ambiente ist entsprechend: Mit Teakholz vertäfelte Wände, bordeauxroter Teppich auf den Gängen, Kerzenleuchter auf den Tischen und Sofabezüge im typisch-schottischen Tartan-Muster.
Von London durch die Highlands bei Entenbrust mit Trüffelsoße
Die Tour des "Royal Scotsman" führt von London nach Edinburgh, von wo aus verschieden lange Rundreisen durch Schottlands Highlands, vorbei an den "Lochs" und Burgen beginnen. Die kürzeste dauert drei Tage, führt in den Osten des Landes und kostet ca. 2.000 Euro pro Person. Besichtigungen und Mahlzeiten sind inklusive.
Ein Blick in die Karte zeigt Gourmet-Variationen wie Hummersalat, Barbarie-Entenbrust mit Trüffelsoße und Creme Brulée. Nach dem Essen können die Fahrgäste wirklich ruhig schlafen: Der Zug hält Nachtruhe auf stillgelegten Nebenstrecken oder in kleinen Bahnhöfen.

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